Ferenc Puskas – die alte Legende

Geboren am 1. April in Budapest spielte Ferenc Puskás schon als Jugendlicher in seiner Heimat in Herrenmannschaften, wo er auch den Spitznamen „Kleiner Bruder“ bekam. Puskás’ außergewöhnliches Talent wurde schon bald erkannt. Von seinem Vater, den ehemaligen Spieler des FC Kispesti erbte er seine Fußballleidenschaft. Im Jahr 1949 wurde der Verein zum Armeeklub umgewandelt und in Budapesti Honved umbenannt. Für den hochtalentierten Jugendlichen war Fußball mehr als ein Hobby. Er spielte für Kispest Budapest schon mit 16 und im August 1945, erzielte er seinen ersten Treffer in Budapest als Nationalspieler im Spiel gegen Österreich (5:2).

Der linke Halbstürmer spielte insgesamt 84-mal für Ungarn und erzielte dabei unglaubliche 83 Tore. Ferenc Puskas war schon zu Lebzeiten eine Legende. Mit seiner Mannschaft gewann er insgesamt sechsmal die ungarische Meisterschaft und viermal würde er Torschützenkönig. Puskas gilt als eines der besten Offensivspieler der Welt. Puskás war auch der Kopf und der Kapitän der ungarischen “Wunderelf”. Er spielte auch bei Real Madrid mit Alfredo di Stéfano. Puskas war dabei alles andere als Modell eines typischen Fußballers, denn er war übergewichtig, klein, nicht besonders kopfballstark und benutzte zudem nur seinen linken Fuß. In den 50er Jahren war er wegen seines außergewöhnlichen Torriechers eine der Stützen der Nationalmannschaft.

Erfolge mit der Nationalmannschaft

Er spielte für den ungarischen Armeeklub und bekam deshalb den Spitzenamen “Der Major”. Doch es sind seine Leistungen, die er bei der ungarischen Nationalmannschaft zeigte, die ihn weltweit bekannt machten. Er setzte sich auch schnell bei Real Madrid durch und avancierte zu einem der besten Stürmer der Madrilenen. Bei den Olympischen Sommerspielen 1952 gewann Puskas mit Ungarn die Goldmedaille. Die Magyaren demontierten im darauf folgenden Jahr die Engländer in Wembley mit 6:3. Außerdem führte dieses ungarische Fußball-Idol die Magyaren beim legendären 2: 3 gegen Deutschland im WM-Finale 1954 als Kapitän an. Die ungarische Nationalmannschaft war somit die erste vom europäischen Kontinent, die die Engländer in ihrer “Festung” gewinnen konnte. Nach seinen eigenen Worten war dieser Moment einer der schönsten in seiner Karriere.

Bei der FIFA- Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz war Ungarn natürlich ein enormer Favorit auf den Titelgewinn. Gleich zu Beginn wurden Puskas und seine Mitspieler ihrem Favoritenstatus gerecht und erzielten 17 Tore bereits in den ersten beiden Spielen, darunter das grandiose 8:3 gegen den Finalgegner Deutschland. Am 14. Oktober 1956 spielte der damals 29-jährige das letzte Mal für die ungarische Nationalmannschaft.

Der “Major”ist verstorben

Ferenc Puskás starb im Alter von 79 Jahren. Somit ist Ungarn um seinen weltberühmten Bürger ärmer geworden. Er starb in Budapest nach langer Krankheit. Der ehemalige Kapitän der „Wundermannschaft“ litt an Alzheimer und zeigte sich in seinen letzten Lebensjahren nur noch selten in der Öffentlichkeit. Für Magyaren war Puskás der erfolgreichste Vertreter ihres Landes. In den 50er Jahren blieb der “Major” in 32 Spielen ungeschlagen. Erst im Jahr 1954 im denkwürdigen WM-Finale verlor die ungarische Nationalmannschaft 2:3 gegen Deutschland. Auch sein Treffer gegen Atletico Peñarol und seine vier Treffer gegen Eintracht Frankfurt im Jahr 1960 beim Finale des Europapokals der Landesmeister zählen zweifellos zu seinen größten Erfolgen.